Unser Bericht von der Venus Berlin 2018

Es gibt eine Hand voll Erotikmessen, die für uns als Fachhändler wichtig sind. Wir wollen schließlich nicht verpassen, wenn ein Hersteller das Produkt schlechthin auf den Markt bringt. Außerdem sind Messen eine tolle Gelegenheit um mit alten Hasen und jungen Kreativen aus der Branche bei einer Cola (oder einem Sektchen 😉 ) ein bisschen zu plaudern.

Eine der spannendsten und zugleich wichtigsten Messen ist auch die Venus Berlin, die jährlich rund 30.000 Besucher begrüßen darf. Dabei gibt es neben einem großen Showbereich, in dem hauptsächlich die Damen der Branche ihre Körperkünste auf großer Bühne vorführen, auch einen großen Herstellerbereich, in welchem diese ihre neuen Produkte vorstellen. Also haben wir unsere Koffer gepackt und sind für ein paar Tage von Mainz nach Berlin gereist. 🙂

Liebe, Lack & Leder

Die Venus war dieses Jahr in drei vier (wenn man den Showbereich mitzählt) Hallen der Messe Berlin aufgeteilt, die jeweils ein eigenes „Motto“ hatten.

In der ersten Halle ging es direkt um alles, was man als Endverbraucher so für einen ruhigen Abend alleine oder zu zweit braucht: Dutzende Stände von Pornolabels und Online-Erotikanbietern zeigten ihre aktuellen Filme und Produktionen. Neben einem Wein- und einem Cocktailstand (warum auch immer…?) hatten auch einige Beauty-Anbieter ihren Platz gefunden und boten wahlweise glatte Haut, glatte Haare oder gar keine Haare durch neuartige Enthaarungsmittelchen an.

Spektakulär war sicher das Motto des Anbieters Visit-X: „Eine Sünde zur vollen Stunde“. Zur vollen Stunde konnten die – selbstverständlich altersgeprüften und volljährigen – Besucher einen Live-Pornodreh miterleben. Sicher nicht jedermanns/jederfraus Geschmack, reichte aber für Menschenaufläufe vor dem Stand des Cam-Anbieters.

Penis-Rodeo auf der Venus Berlin 2018
Definitiv das Highlight der Messe: Eigentlich ja nur die logische Fortsetzung von „Rodeo reiten“…

Zum Lachen konnte uns übrigens das Penis-Rodeo im Showbereich bringen… hier fallen spontan unendlich viele flache Witze ein, und als der erste Kandidat das Rodeo bestieg sind wir endgültig in schallendes Lachen ausgebrochen 😀

Digitale Toys, Wearables und VR

Die zweite Halle war hauptsächlich für B2B, also Geschäftskontakte, aufgestellt. Hier konnten verschiedene Fachhändler und Hersteller ins Gespräch kommen. Auch wir nutzten die Gelegenheit, um mit unserem langjährigen Partner MyStim über die Entwicklungen der Erotik-Branche zu plaudern – an dieser Stelle vielen Dank für das anregende Gespräch!

Auch sonst präsentierte sich die Halle deutlich weniger feucht-fröhlich als Halle 1, dafür aber technologisch spannend: Der Trend geht aktuell eindeutig in Richtung Elektronik. Dabei geht es oftmals nur um die Steuerung der Toys, die nun dank Bluetooth-Technologie oft auch aus der Ferne über das eigene Smartphone (oder das des Partners) gesteuert werden können. Andererseits wird aber auch das Thema Fitness im Bett immer wichtiger. Warum nur eine Apple Watch für Sportanalysen, aber kein Wearable, das einem hilft besser in der Kiste zu werden? Die Entwicklung steckt hier aber noch in den Kinderschuhen, auch wenn einige europäische Hersteller erste Produkte anbieten.

Die Welt der virtuellen Realität wiederum scheint inzwischen deutlich ausgereifter zu sein. Wer sich traute und zum VR-Headset griff, konnte einen Geschmack davon bekommen, was mit VR-Technologie in Verbindung mit smarten Sextoys an Realismus mittlerweile möglich ist. Aktuell ist die Produktauswahl der Serientypen noch etwas begrenzt, aber die Hersteller arbeiten konstant an neuen Produkten im Bereich VR und Augmented Reality.

Andreaskreuz auf der Venus Berlin 2018
Das Andreaskreuz im Eingangsbereich der Venus Berlin 2018 leitete zum Kinky-Bereich

Kinky-Ecke mit allerlei Grausamkeiten

Dieses Jahr verfügte die Venus Berlin in Halle 3 über einen spannenden Kinky-Bereich, in welchem Hersteller und Fachhändler rund um den Bereich BDSM und Fetisch ihre Produkte vorstellen konnten. Auf der kleinen Showbühne gab es handfeste Fetisch-Showeinlagen, unter anderem vom Fetisch-Model „Fetisch Medusa„, und Live-Bondage.

Die von den Händlern angebotenen Produkte sind sicherlich nichts für zarte Geschöpfe, boten aber eine tolle Auswahl an absolut unabdingbaren Tools und Toys für eine SM-Session. (Wer übrigens nach der Venus Berlin noch neugierig ist kann ja mal einen Blick in den ersten Teil unseres BDSM-Alphabets werfen, findet sich hier 😉 )

Inspirierende Messe mit Erotik (…und ein bisschen Porno)

Insgesamt war es eine relativ ruhige Venus Berlin 2018, mit vielen Händlerständen und einigen Branchengrößen. Man gewinnt den Eindruck, dass die Erotik-Industrie aus der ehemaligen Schmuddelecke – zu Recht! – immer weiter ins helle Licht gerückt wird. Die Aussteller zeigten beeindruckende Entwicklungen rund um Technologien, Materialdesign und das Gesamterlebnis Erotik an sich.

Für uns als Fachhändler ist es immer wieder spannend zu beobachten, wie die Branche sich wandelt und selbst neu erfindet. Wohin der aktuelle Technik-Trend führt? Wir sind auf jeden Fall dabei und werden berichten – spätestens zur nächsten Venus Berlin 😉

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